Kunst macht stark

Veröffentlicht am: 14.02.2015 | von: Martin Kirchner | Kategorie: Projekte

Das Projektkonzept

Förderung außerschulischer Maßnahmen

Kunst macht Kinder stark – Schüler gestalten ihren Sozialraum

IMG_9667Gemeinsam mit Schüler/innen soll die Aula des Schulhauses der Augusta-Sibylla-Schule keramisch gestaltet werden, sichtbar in bleibender Erinnerung für Schüler/innen, Eltern, Lehrer/innen und Besucher/innen. Das Schulhaus – in den 70er Jahren erbaut – hat eine funktionale Architektur und funktionale Räume. Wie damals üblich, wurde der graue und kalte Beton sichtbar gehalten. Die Aula ist für die Schüler/innen Lebensraum, Mensa, Aufenthaltsraum, Raum für Arbeitsgemeinschaften, interne und öffentliche Feste und Veranstaltungen.

IMG_9678Der wesentlichste Pfeiler des pädagogischen Konzepts ist, dass die Schüler/innen von Anfang an an der künstlerischen Arbeit beteiligt sein sollen. Sie sollen an der Idee, der Planung, den ersten Versuchen, der kreativen Umsetzung und praktischen künstlerischen Gemeinschaftsarbeit als Partner/innen im gesamten Schaffensprozess mitwirken und somit unmittelbare Teilhabe an der Kunstwerksgestaltung haben. Jeder Schüler und jede Schülerin soll dazu animiert werden, an der Gestaltung teilzunehmen. Es wird entworfen, modelliert, glasiert und zusammengebaut.

Die pädagogische Intention ist die gemeinsame Arbeit, Teamarbeit, und eine Beteiligung der Schüler/innen an der künstlerischen Arbeit und an der Gestaltung ihres Lebensraums. Das Projekt dient der Identifikation, der seelischen und emotionalen Entwicklung und der Stärkung der Persönlichkeit. Die Schüler/innen sollen stolz sein können auf ihre Leistung, ihre Schule und auf ihr gemeinsames Werk. Das entstehende Kunstwerk soll sich nicht als abgeschlossen definieren, sondern als „open end“ auf längere Sicht gesehen weiterentwickelt werden können. Das Projekt soll die Brücke nach außen, in den Stadtteil verstärken und die Wahrnehmung der Schule verändern. Schüler/innen sollen in ihren Talenten gesehen werden können.

IMG_9676Schüler/innen profitieren in unterschiedlichen Bereichen von dem Projekt: Durchhaltevermögen und Konzentration werden gestärkt, Erfolgserlebnisse werden vermittelt, Kinder werden ernst genommen, sie können sich innerhalb und außerhalb der Schule profilieren und damit wird ihr Selbstbewusstsein gestärkt, Kinder mit motorischen Handicaps können sich einbringen, Kinder mit Problemen von Raum-Lage-Verhältnissen profitieren bei der praktischen Umsetzung, Anregung für Freizeitgestaltung wird vermittelt, Gemeinschaftserlebnis innerhalb der Schule und Zusammenhalt wird gestärkt und eine positive Fremdwahrnehmung gefördert.

In einem wöchentlich, am Nachmittag stattfinden, außerunterrichtlichen, freiwilligen Angebot unter der Leitung des Künstlers Daniel Moriz Lehr soll im Kursformat gearbeitet werden. Gemeinsam mit Schüler/innen soll die keramische Gestaltung der Aula geplant und entworfen werden. Die einzelnen Teile sollen gestaltet, gebrannt und montiert werden. Am freiwilligen Angebot können Schüler/innen im Alter von 10 bis 14 Jahren teilnehmen. Es ist möglich, dass die Teilnehmer/innen wechseln. Die „heiße Phase“ des Projekts wird zum Beginn der Sommerferien stattfinden. In der ersten Ferienwoche werden die 5 letzten Termine des Kurses stattfinden, um eine Überforderung der benachteiligten Schüler zu verhindern. In dieser Phase sollen Kinder aus dem Stadtteil eingebunden werden.

IMG_9669Es soll eine Ausstellung vorbereitet werden, die in den in räumlicher Nähe gelegenen Räumen der Stadtteilarbeit Rastatt-West stattfinden soll. Die Ausstellung soll den Schaffensprozess und das Ergebnis der künstlerischen Arbeit der Kinder vorstellen.

Der Kurs für die teilnehmenden  Kinder wird in den Räumen der Augusta-Sibylla-Schule stattfinden. Dort stehen die Werkräume zur Verfügung.

Mit der Durchführung des Kurses wird der Künstler Daniel Moriz Lehr betraut, der bereits künstlerisch mit Schüler/innen der Schule gearbeitet hat.

Vorgestellt und öffentlich gemacht werden soll das Projekt im Rahmen einer Feier. Die teilnehmenden Kinder, Künstler, Eltern, Kollegium der Schule, Stadtteilarbeit, Vertreter des Schulamtes und des Schulträgers und Fördergemeinschaft feiern gemeinsam das Ergebnis des Projektes. Kinder als Künstler sollen im Rampenlicht stehen.

Die Durchführung

Nachdem das Bündnis aus der Stadtteilarbeit Rastatt-West (Stadt Rastatt), der Augusta-Sibylla-Schule und der Fördergemeinschaft die Zusage des Bundesverbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler in Berlin erhalten hatte, aus den Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ca. 5000 € für das Projekt „Kunst macht Kinder stark – Schüler gestalten ihren Sozialraum“ zu erhalten, konnte mit der praktischen Arbeit gestartet werden. Pläne wurden gemacht für die keramische Gestaltung einer Betonsäule in der Aula des Schulhauses. Ein Gesamtkonzept wurde entworfen. Die Entscheidung wurde getroffen, mit Keramikkacheln die vier Seiten der Säule zu gestalten. Die Gruppe entschied sich dafür, jede Seite der Säule einer Jahreszeit zu widmen und als Grundlage ein erfrischendes Grün zu nehmen.

 

Die Teilnehmer/innen gestalteten die einzelnen Kacheln mit ihren eigenen Ideen für passende Motive. Mit Freude und Eifer wurde unter der Anleitung des Künstlers Daniel Moriz Lehr und der Lehrerin Mirijam Sommer gearbeitet. Die Spannung war groß, wenn die einzelnen Teile aus dem Brennofen geholt wurden. Hat es geklappt mit dem Brennen oder war die Arbeit umsonst? Da musste auch einmal ein Rückschlag hingenommen werden. In den Sommerferien 2014 wurden dann in einer heißen Schaffensphase die einzelnen Werke beendet. Es galt dann noch die Einzelteile zu einem Gesamtkunstwerk zusammenzuführen. Gut, dass es da noch hilfreiche Handwerker gab, die beim letzten Schliff den Künstlern halfen. Der Schulträger unterstützte in Form eines Handwerkers und durch den Hausmeister der Schule.

 

Parallel zum künstlerischen Schaffensprozess wurde eine Ausstellung zum Projekt vorbereitet. Der Prozess, die Materialien und natürlich das Ergebnis wurden vorgestellt. In einer Feier wurde am 02.10.2014 die Ausstellung im Kantorenhaus, dem Sitz der Stadtteilarbeit Rastatt-West, eröffnet. Zur Freude aller Künstler/innen nahmen die Einladung viele Menschen an. Eltern, Vertreter/innen von Stadt und Landkreis Rastatt, des Schulamtes, des Gemeinderates, die Bundestagsabgeordnete Gabriele Katzmarek und die örtliche Presse waren gekommen, um sich ein Bild von der künstlerischen Arbeit zu machen. Alle geladenen Gäste und die Akteure des Projekts gingen vom Kantorenhaus zur Augusta-Sibylla-Schule, wo das Kunstwerk enthüllt wurde. Nur strahlende Gesichter waren an diesem Tag zu sehen. Viel Lob gab es für junge und etwas ältere Akteure des Projekts. Bereichert wurde die Feierlichkeit durch den Auftritt der Schulband der Augusta-Sibylla-Schule und einen Imbiss der Koch-ASSe.

bfb_logoDie Ziele des Projektes wurden vollständig erreicht. Entstanden ist ein herrlicher Blickfang in der Aula der Schule, freundlich, farbenfroh und mit wunderschönen, toll gearbeiteten und fantasievollen Motiven.