Motopädie

Veröffentlicht am: 14.02.2015 | von: Martin Kirchner | Kategorie: Schwerpunkte

Entwicklungsförderung durch Motopädie

Die Augusta-Sibylla-Schule ist eine Förderschule. Hier werden Kinder mit Lernschwierigkeiten, mit Konzentrationsproblemen, mit Verhaltensauffälligkeiten und auch mit motorischen Auffälligkeiten unterrichtet.

Bei einer Förderung dieser Kinder ist der ganzheitliche Ansatz der Motopädie eine große Hilfe. Das Lernen von Lesen, Schreiben und Rechnen mit dem gesamten Körper und allen Sinnen wird angeregt und unterstützt.

Das Kind erhält die Möglichkeit, gleichzeitig auf verschiedenen funktionellen Ebenen zu lernen. Um die notwendigen Reize und Informationen zu erhalten, wird mit attraktiven Materialien die Freude am Lernen geweckt und die Vielfalt der Sinnes- und Bewegungssysteme angesprochen. Im Wahrnehmungsbereich werden einzelne oder mehrere Wahrnehmungssysteme stimuliert. Im Bewegungsbereich werden Aufgaben zum grob- oder feinmotorischen Lernen, zur Schulung von Koordination und Gleichgewicht und zum Verbessern von Geschicklichkeit und Kraftdosierung bewältigt.

Ohne Leistungsdruck wird der psycho-emotionale Bereich angesprochen. Die Förderung des Selbstbewusstseins und die Übernahme von Eigenverantwortung sind Ziele der Arbeit.

Durch das Miteinander im Spiel und durch gegenseitige Rücksichtnahme wird außerdem das soziale Lernen gefördert.

Beispiele aus der motopädischen Arbeit:

  • Akrobatik
  • Gleichgewichtsschulung
  • Diagnostik nach „Die Abenteuer der kleinen Hexe“
  • Großtrampolin
  • Rollbrettführerschein
  • Gesamtkörperkoordinationsaufgaben
  • Spiele mit dem Schwungtuch
  • Spiele mit Alltagsmaterialien, z.B. Zeitung, Wäscheklammern

Zielgruppe: Förderschüler der Jahrgangsstufen 1 – 2

Die motopädische Arbeit findet im Klassenverband mindestens zweimal wöchentlich statt. Geleistet wird sie von der Motopädin Cornelia Ballerstaedt.

Im Schuljahr 2004/2005 begannen wir mit der Motopädie. Für ein Jahr finanzierte die Aktion Mensch das Projekt. Im Schuljahr 2005/2006 bezahlte der Förderverein aus eigenen Mitteln das Honorar für die Fachkraft. Auch flossen die Einnahmen des Schulfests in das Projekt.

Der Kiwanisclub Baden-Baden ließ uns für die Motopädie eine Spende zukommen. Seit 2008 unterstützt uns der Landkreis Rastatt mit einer Spende aus seinem Sozialfonds.

 

BOT-2

 

Der Bruininks-Oseretzky Test of Motor Proficiency Second Edition (BOT-2) ist ein standardisiertes Testverfahren zur Messung der motorischen Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen. In englischsprachigen Ländern ist er bereits seit vielen Jahren etabliert und wird zur Diagnostik, Therapieplanung und Evaluation in der Praxis und Forschung eingesetzt

Der BOT-2 wird  in der aktuellen Leitlinie für Kinder mit Umschriebenen Entwicklungsstörungen motorischer Funktionen (UEMF) empfohlen.

Der BOT-2 erfasst die Altersstufen von 4 bis 14;11 Jahren und zeichnet sich durch kindgerechte motorische Aufgaben aus. Die acht Untertests, mit insgesamt 53 Aufgaben, decken dabei verschiedene Bereiche der Motorik ab. Insbesondere die Bereiche Fein- und Graphomotorik, Handgeschicklichkeit, Körperkoordination, Gleichgewicht sowie Kraft und Geschicklichkeit werden im Vergleich zu anderen Testverfahren ausführlicher erfasst und beurteilt.

Neben einer Langfassung von ca. 50-60 Minuten Dauer zur Testdurchführung, steht ebenfalls eine Kurzversion von etwa 20 Minuten Testdauer zur Verfügung. Diese setzt sich aus einzelnen Aufgaben der Langfassung zusammen.

Zur Beurteilung der motorischen Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen stellt der BOT-2 geschlechtsspezifische Normen zur Verfügung. Neben einem Gesamtwert können ebenfalls Werte für die einzelnen Motorikbereiche berechnet werden.

Aufgrund seiner Evidenz wird der BOT-2 in der aktuellen Leitlinie für Kinder mit Umschriebenen Entwicklungsstörungen motorischer Funktionen (UEMF) empfohlen. Da das Testverfahren bisher jedoch ausschließlich in Englisch, mit amerikanischen Normen erhältlich war, hat das Kinderzentrum Maulbronn in den Jahren 2011 bis 2014 die deutsche Adaption und Normierung des Testverfahrens BOT-2 übernommen. Dabei wurden Normdaten von über 1100 Kindern und Jugendlichen in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhoben.

Der BOT-2 erfasst die Altersstufen von 4 bis 14;11 Jahren und zeichnet sich durch kindgerechte motorische Aufgaben aus. Die acht Untertests, mit insgesamt 53 Aufgaben, decken dabei verschiedene Bereiche der Motorik ab. Insbesondere die Bereiche Fein- und Grafomotorik, Handgeschicklichkeit, Körperkoordination sowie Kraft und Geschicklichkeit werden im Vergleich zu anderen Testverfahren ausführlicher erfasst und beurteilt.

Neben einer Langfassung von ca. 50-60 Minuten Dauer zur Testdurchführung, steht ebenfalls eine Kurzversion von etwa 20 Minuten Testdauer zur Verfügung. Diese setzt sich aus einzelnen Aufgaben der Langfassung zusammen.

Zur Beurteilung der motorischen Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen stellt der BOT-2 geschlechtsspezifische Normen zur Verfügung. Neben einem Gesamtwert können ebenfalls Werte für die einzelnen Motorikbereiche berechnet werden