Pferdeprojekt

Veröffentlicht am: 14.02.2015 | von: Martin Kirchner | Kategorie: Projekte

Frau Sonder und Herr Fischer von der Redelstiftung besuchen die Zweitklässler auf dem Pferdehof

Seit September 2011 marschieren die Zweitklässler jeden Freitag zur Bushaltestelle, um mit ihrer Klassenlehrerin Frau Linda Krämer und der Sozialarbeiterin Sina Lang zum Reiterhof Pferdestärken in Plittersdorf zu fahren.

Die Redel-Stiftung aus Baden-Baden unterstützt bereits zum zweiten Mal die Arbeit der Fördergemeinschaft Freunde der Augusta-Sibylla-Schule e.V. mit einer großzügigen Spende. War es im Jahr 2010 der sagenhafte Betrag von 15900€, um die Schulsozialarbeit im erforderlichen Umfang zu sichern, so sind es in diesem Jahr 4000€.

Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Hilfsbedürftige auf der ganzen Welt, aber auch Projekte in der Region zu unterstützen. Die beiden Vorstandsmitglieder Andrea Sonder und Klaus Peter Fischer erkennen die Schwierigkeiten, mit denen die meisten Förderschülerinnen und Förderschüler zu kämpfen haben, um eine Chance in der Berufswelt und in der Gesellschaft zu haben und sie sehen die Bemühungen der Fördergemeinschaft, die Kompetenzen dieser Kinder zu entwickeln und zu stärken.

Bei einem durch die Mittel der Stiftung unterstützten Projekt steht die Förderung einer Grundstufenklasse durch therapeutisches Reiten und den Umgang mit Pferden im Mittelpunkt.

 

 

Die zweite Klasse der Förderschule wird von 11 Mädchen und Jungen besucht. Die einzelnen Kinder und die Klassengemeinschaft sollen zu einem möglichst frühen Zeitpunkt in der Schullaufbahn und der Entwicklung der Kinder eine besondere Förderung erfahren. Davon versprechen wir uns eine Verbesserung der Lern- und Entwicklungsbedingungen der Kinder.

 

Die Klassenlehrerin Linda Krämer und die Schulsozialarbeiterin Sina Lang besuchen einmal wöchentlich mit der Schulklasse für eine Einheit von 1 ½ Stunden den Pferdehof „Pferdestärken“ in Rastatt-Plittersdorf gehen. Über das Medium Pferd sollen die Kinder individuell und in der Gemeinschaft gefördert werden. Das therapeutische Reiten wird von Frau Elisabeth Freyer-Schretzmann – Dipl. Sozialpädagogin, Reitpädagogin und Reittrainerin – geleitet.

Es geht um die Förderung von Motorik und Wahrnehmung, die Förderung von Gemeinschaft – Empathie, Rücksichtnahme, angemessener und konstruktiver Konfliktlösung, sozialer Kompetenz –  und tragfähigen Beziehungen. Sowohl die Fähigkeit zu lernen als auch das Verhalten werden durch therapeutisches Reiten positiv beeinflusst.

 

Als Begleitung sind zwei bis drei Neuntklässler dabei, die Kinder betreuen und ihrerseits Verantwortung tragen und zur Entlastung der Lehrkräfte beitragen. Teilweise handelt es sich um Schülerinnen, die im Vorjahr selbst ihre sozialen Kompetenzen hier erweitert haben.  Bereits der Weg dorthin, zu Fuß und mit dem Bus, ist als Verkehrserziehung eine wichtige Übung.
Die Kinder holen das Pferd aus dem Stall, striegeln es, kratzen die Hufe aus und führen es in die Reithalle. Dort führen die Kinder die Pferde durch einen Parcours, führen ein Kind, das auf dem Pferd sitzt und machen voltigierähnliche Übungen (mit und ohne Sattel) auf dem Pferd.
Gearbeitet wird ganz individuell.
Im Zentrum stehen Verantwortung übernehmen für Pferd und Reiter, sich Durchsetzen beim Führen des Pferdes, Rücksichtnahme gegenüber Pferd und Reiter, Kooperation, Zusammenarbeit, Selbstüberwindung und Körperwahrnehmung. Im Unterricht wird mit Fotos freies Schreiben und  das Erlesen von Wörtern geübt.

Um eine möglichst nachhaltige Wirkung erzielen zu können, ist eine Dauer des Projekts von 18 Wochen, also einem halben Schuljahr, erforderlich. Nachhaltigkeit soll auch durch die Teilnahme der Klassenlehrerin und der Schulsozialarbeiterin erreicht werden, sowie die gemeinsame Auswertung des Projekts. Lehrerin und Sozialarbeiterin werden die Erlebnisse, Erfahrungen und Lernerfolge mit in den Schulalltag nehmen und Sorge dafür tragen, dass die Erfahrungen dort fortgeführt und weiterentwickelt werden können.

Am 16.12. um 10.30Uhr besuchen die Vorstandsmitglieder der Redel-Stiftung, Andrea Sonder und Klaus Peter Fischer, die Gruppe. Diesen Besuch würden wir gerne zum Anlass nehmen, über die Spende und das Projekt zu informieren. Die Begeisterung, mit der die Kinder die Zeit auf dem Reiterhof verbringen und die Fortschritte, die sie in dieser Zeit schon gemacht haben, bestärken uns darin, mit diesem Projekt viel für die Entwicklung der Kinder zu erreichen.